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Kein dringender Tatverdacht mehr" gegen Kachelmann
29.07.2010, 13:02 Uhr
Der TV-Wetterexpert
e Jörg Kachelmann ist nach mehr als vier Monaten Untersuchungshaft freigekommen. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat am Donnerstag den Haftbefehl gegen den 52-jährigen Schweizer aufgehoben und seine "umgehende Freilassung" angeordnet.
Der dritte Strafsenat des OLG entschied, dass "im derzeitigen Stadium des Verfahrens kein dringender Tatverdacht mehr bestehe". Kachelmann saß seit dem 20. März in Untersuchungshaft, weil er seine frühere Freundin vergewaltigt haben soll. Er hat die Vorwürfe stets bestritten.
"Aussage gegen Aussage"
Für das Gericht liegt angesichts eines "bestreitenden Angeklagten" und der Nebenklägerin als einziger Belastungszeugin die Fallkonstellation der "Aussage gegen Aussage" vor. Bei dem mutmaßlichen Opfer könnten "Bestrafungs- und Falschbelastungsmotive" nicht ausgeschlossen werden, hieß es vom Gericht.
"Mit Herrn Kachelmann wird jetzt weiter konzentriert die Hauptverhandlung vorbereitet, der wir zuversichtlich entgegensehen", so Kachelmanns Anwalt Reinhard Birkenstock in einer Erklärung. "Jörg Kachelmann muss eine rechtsstaatliche Hauptverhandlung nicht fürchten: Wahrheit, Wissenschaft und Recht stehen auf unserer Seite." Weitere Erklärungen, insbesondere solche zur Vorbereitung der Hauptverhandlung, würden nicht abgegeben.
Prozesstermin wieder offen
Nach der Freilassung ist der Termin für den Prozessbeginn wieder offen. Nach Angaben des Landgerichts Mannheim findet die Hauptverhandlung wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung statt, ob sie aber wie ursprünglich geplant am 6. September beginnt, ist derzeit ungewiss. Der Grund: Sitzt ein Angeklagter in Untersuchungshaft, muss möglichst schnell verhandelt werden. Nach der Freilassung Kachelmanns, der die Vorwürfe bestreitet, ist dies nicht mehr notwendig.
Die Staatsanwaltschaft hatte Mitte Mai Anklage gegen Kachelmann wegen des Verdachts der Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall und gefährlicher Körperverletzung erhoben. Bei einer Verurteilung drohen Kachelmann bis zu 15 Jahre Haft.
Die Ermittler werfen Kachelmann vor, Anfang Februar seine langjährige Geliebte, die sich von ihm trennen wollte, in deren Wohnung in Schwetzingen vergewaltigt und mit einem Küchenmesser am Hals verletzt zu haben. Kachelmann war im März auf dem Rückweg von den Olympischen Spielen in Vancouver auf dem Frankfurter Flughafen verhaftet worden.
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